Medizin studieren in Deutschland: Auswahlgrenzen WS 2017/18

Auch in diesem Jahr hat sich nichts an der Tasache geändert, dass es ohne Abitur im oberen 1er-Bereich schwierig ist, an einen Studienplatz für Medizin zu gelangen. Für eine direkte Zulassung zum Studium über die Abiturbestenquote (20% der Studienplätze), war auch 2017 wieder in fast allen Bundesländern ein Notendurchschnitt von 1,0 nötig (s. Tabelle unten). Nur in Schleswig-Holstein und Niedersachen hättest du auch mit einem Schnitt von 1,1 ziemlich gute Chancen auf einen einen Studienplatz für Medizin gehabt. Eine Alternative für alle anderen war in diesem Jahr erneut langes Warten: Weitere 20% der Studienplätze gingen an Bewerber mit mindestens 14 Wartesemestern (und einem Schnitt von bis zu 2,6).

Auswahlgrenzen beim Auswahlverfahren der Hochschulen

Für die restlichen 60% der Plätze flossen im Auswahlverfahren der Hochschulen auch dieses Jahr die verschiedensten Faktoren ein.

An 35 Universitäten spielte der NC eine untergeordnete Rolle und es haben neben dem TMS vor allem Auswahlgespräche einen sehr großen Einfluss; wie zum Beispiel in Greifswald, wo jährlich einwöchige Auswahlgespräche zusammen mit dem individuellen Maß an sozialem Engagement und abgeschlossenen Ausbildungen über die Vergabe der Studienplätze entscheiden. In Hamburg, Magdeburg und Berlin führte weiterhin kein Weg am HAM-Nat vorbei.

An 22 Universitäten konnten Bewerber erneut durch den TMS das Ergebnis der hochschulinternen Wertung verbessern. In Göttingen wurden jedoch beispielsweise nur Bewerber mit einem Abiturnotendurchschnitt von 1,3 (inkl. Bonus) beim hochulinternen Auswahlverfahren berücksichtigt. Die Auswahlgrenzen im Nachrückverfahren unterschieden sich auch in diesem Jahr nur unwesentlich von den Werten im direkten Auswahlverfahren.

Diverse Klagen und Zeitungsberichte scheinen momentan dafür zu sorgen, dass sich das Aufnahmeverfahren für Medizin in Deutschland in den nächsten Jahren weiter verändern wird. Wir werden dich auf dem Laufenden halten, sobald offizielle Änderungen öffentlich gemacht werden.

Studienort Hauptkriterium nachrangige Kriterien bis Ortspräferenz bis Note bis Rang
Aachen DN 1,1 Dienst: nein 3
Berlin-Charité H 1
Bochum DN / Test 1,300 DN 1,3 / Dienst: nein nein
Bonn DN 1,2 Dienst: nein nein
Dresden H 1 1,8 900
Duisburg-Essen Campus Essen H 1 1,4 350
Düsseldorf DN 1,2 Dienst: nein nein
Erlangen-Nürnberg DN / Ausb / Test 0,9 Dienst: nein nein
Frankfurt / M. DN / Test 1,400 DN 1,4 / Dienst: ja 1
Freiburg H 2
Gießen 85% DN / Test PZ* 58,67
15% DN / Ausb/ Test PZ* 54,00
DN 1,8 / Dienst: nein
DN 1,9 / Dienst: nein
nein
Göttingen H 1 1,3 224
Greifswald H 1 2,5
Halle-Wittenberg DN / Ausb / Test 1,300 Dienst: nein 3
Hamburg H 1
Hannover MedH H 1 1,5 426
Heidelberg PZ* 56,73 DN 1,5 / Dienst: ja 1
Heidelberg / Mannheim PZ* 50,88 DN 1,0 / Dienst: nein 2
Jena DN / Ausb / Fächer PZ* 769 Dienst: nein 2 1,4 822
Kiel DN / Ausb / Test 1,2 Dienst: ja nein
Köln DN / Test PZ* 62,3 DN 1,2 / Dienst: ja nein
Leipzig 90% DN / Test 1,10
10% DN / Ausb 1,5
Dienst: nein
Dienst: nein
1
Lübeck H 1
Magdeburg H 1 1,8 700
Mainz DN / Test / Ausb 1,155 WZ 6 / Dienst: nein 3
Marburg DN / Ausb / Test 1,0 nein
München U DN / Test / Ausb 1,1 Dienst: nein nein
Münster H 1
Oldenburg H 1 1,3 72
Regensburg DN / Boni 0,9 Dienst: nein nein
Rostock H 2 2,3
Saarland U Campus Homburg DN / Ausb / Dienst 1,4 Dienst: ja nein
Tübingen H 1 2,5
Ulm 50% DN / Ausb 1,1
50% DN / Test 1,498
DN 1,1 / Dienst: nein
DN 1,4 / Dienst: ja
2,5
Würzburg DN / Boni 1,0 WZ 0 / Dienst: nein nein

(Quelle: Hochschulstart.de)

Abkürzungen:

  • DN: Durchschnittsnote
  • PZ*: Punktzahl
  • WZ: Wartezeit
  • Dienst: Wehr- oder Zivildienst, freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, europäischer Freiwilligendienst etc.
  • Ausb: einschlägige Berufsausbildung
  • Boni: Hochschule hat Kriterien festgelegt, die die Durchschnittsnote verbessern
  • H: Auswahl durch die Hochschule